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Wertungssysteme von A - Z
Was hat es mit dem CSA auf sich? Was bedeutet eigentlich CONGU? Worin liegt der Unterschied zwischen Stammvorgabe und Spielvorgabe? Was ist der Extra Day Score und wer kann ihn wann und wie beantragen?
Fragen über Fragen, die vor allem den Golf-Anfänger überfordern oder möglicherweise belasten. Für Aufklärung soll unser Lexikon mit Golf-Fachbegriffen sorgen, die in erster Linie für das Turnierspiel wichtig sind.
Brutto (-Ergebnis)
Wie der Name eigentlich schon sagt, handelt es sich hier um die tatsächlich gespielte "absolute" Schlagzahl, also das Ergebnis des Spielers ohne Abzug seiner Vorgabe.
Auch in der Stableford-Zählweise gibt es eine Bruttowertung. Hier erhält der Spieler pro gespieltes Par zwei Punkte und pro Bogey einen. Für Bierdies gibt es dementsprechend drei Punkte usw.. 36 Bruttopunkte entsprechen dann einer Par-Runde.
Competition Stableford Adjustment (CSA)
Wohl die umstrittenste Einführung im Golfsport der vergangenen Jahre, obwohl eigentlich zum "Wohle" der Golfspieler gedacht. Das CSA wurde 2007 auch in Deutschland übernommen und hat als Ziel, vom Durchschnitt deutlich abweichende Spielbedingungen bei Wettspielen auszugleichen. Soll heißen, sind die Spielbedingungen am Turniertag extrem schlecht (zum Beispiel bei starkem Wind und Dauerregen) und kommen deshalb bei diesem Turnier überdurchschnittlich viele schlechte Ergebnisse heraus, wird der gespielte Score nach einer genau festgelegten Formel um bis zu 3 Punkte zugunsten der Spieler korrigiert. Statt tatsächlich gespielten 32 Nettopunkten würden in diesem Fall also 35 Punkte verrechnet. Der Spieler hätte sein Handicap nicht verschlechtert. Im umgekehrten Fall, bei extrem guten Spielbedingungen mit überdurchschnittlich guten Ergebnissen, könnte vom gespielten Ergebnis maximal ein Punkt abgezogen werden. Statt 32 Nettopunkten gäbe es also 31. Das Handicap würde zurückgestuft. Das CSA hat übrigens nur bedingt mit den Wetter-Platzbedingungen zu tun. Letztendlich entscheiden rein die durchschnittlich gespielten Ergebnisse bei einem Turnier, ob CSA zum Tragen kommt oder nicht. Egal ob's schneit oder die Sonne scheint.
CONGU
Damit ist eine Handicap-Wertung gemeint, die 1983 vom Council of National Golf Unions eingeführt wurde. CONGU ist die Grundlage für das in Deutschland angewandte Handicapsystem der European Golf Association EGA (siehe EGA-System). CONGU wird erst ab Handicap 28 relevant. Wenn man hier einen Schlag besser spielt, verbessert man sich nicht um diesen einen Punkt, sondern lediglich um 0,4 Punkte. Mit 37 Nettopunkten im Turnier käme man also von der Stammvorgabe -28,0 auf -27,6. Mit 38 Nettopunkten (zwei Schläge unter Handicap) käme man auf -27,2 usw. In den unteren Handicapklassen verbessert man sich nicht mehr um 0,4 Punkte, sondern um 0,3 (Vorgabe -11,5 bis -18,4), 0,2 (Vorgabe -4,5 bis -11,4) bzw. 0,1 Punkte (bis -4,4). Verschlechtern kann man sich pro Turnier jeweils nur um 0,1 Punkte, egal ob man sein Hcp. um einen oder um 20 Schläge verpasst. Ausnahme: Vorgabenklasse 5 (siehe EGA-System).
Course Rating
Dient der Bewertung des Schwierigkeitsgrades eines Golfplatzes.
Course Rating Wert (CR-Wert)
Gibt die Schlagzahl an, die ein Golfer mit Handicap 0 (Scratch Golfer) durchschnittlich auf dem gesamten bewerteten Platz benötigt (z.B. 73,1). Dieser Wert muss nicht dem Par (meist 72) entsprechen. Je höher der CR-Wert, desto schwerer ist der Platz eingestuft (und umgekehrt). Ermittelt wird der CR-Wert aus der Spiellage des Platzes und weiteren Faktoren wie Breite der Fairways, Anzahl der Hinternisse, Größe der Grüns etc.
EGA-Wertungssystem
Diese Handicap-Wertung der European Golf Association ist eine Erweiterung des CONGU. Sie wurde nötig, da in vielen Ländern, u.a. in Deutschland, das Handicap nicht bei -28 aufhört, sondern bei -36 bzw. inzwischen sogar bei -54. Unterspielt man nun im Turnier (oder beim Extra Day Score) sein Handicap, so wird zum Errechnen des neuen Handicaps im Bereich von -36 bis -54 die volle Punktzahl, um die man sich unterspielt, vom alten Handicap abgezogen. Mit 40 Nettopunkten (4 Punkte/Schläge besser als Handicap) verbessert man sich also von -54 auf -50 etc. Ab Handicap -36,0 (bis -26,5) verbessert man sich dann aber nicht mehr im Verhältnis eins zu eins, sondern mit einem Quotienten von 0,5. 37 Nettopunkte (1 Punkt/Schlag besser als Handicap) bedeuten also eine Verbesserung von 0,5, z.B. von -36,0 auf -35,5, mit 38 Nettopunkten kommt man von Handicap -36,0 auf -35,0 usw. (vergleiche auch CONGU). Natürlich kann man sein Handicap auch verschlechtern, nämlich dann, wenn man bei einem vorgabenwirksamen Turnier schlechter ala das eigene Handicap spielt und auch den Pufferbereich (siehe: Schonschläge) nicht erreicht. Hochgesetzt wird die Stammvorgabe in den Vorgabeklassen 1 bis 4 (bis -26,4) immer um 0,1 Punkte, seit 2007 in der VK 5 (-26,5 bis -36,0) um 0,2 Punkte. Bei den sogenannten Clubvorgaben (-37 bis -54) sind Verschlechterungen nicht möglich.
Extra Day Score (EDS)
Auch in Deutschland kann man inzwischen sein Handicap außerhalb eines Turniers auf einer Privatrunde verbessern, mit dem Extra Day Score nämlich. Dazu müssen aber einige Regeln eingehalten werden. So können EDS nur auf dem Golfplatz des Heimatvereins gespielt werden, der Zähler muss Handicap -36 oder besser haben und die Runde muss zuvor im Sekretariat angemeldet werden. Auch dürfen nur Spieler mit einer Vorgabe höher als -18,4 EDS-Runden einreichen.
Handicap
Das Handicap gibt die Spielstärke eines Golfers an. Es entspricht der Schlagzahl, die ein Spieler mehr benötigt, als auf einem Platz vorgegeben ist. Hat ein Spieler also Handicap -18, benötigt er auf einem Platz mit einer Spielvorgabe von 72 durchschnittlich 90 Schläge (72 plus 18). Das höchste Handicap in Deutschland ist -54 (Clubvorgabe). In vielen anderen Ländern beginnt die Vorgabe erst bei -36 oder gar -28.
Lochspiel (Lochwettspiel/Matchplay)
Bei dieser Variante entscheidet nicht die Anzahl der Schläge für alle Löcher über Sieg oder Niederlage, sondern die Anzahl der gewonnenen Löcher. Ein Spieler, der zehn Löcher mit je einem Schlag weniger als sein Mitspieler gewinnt, hat auch das gesamte Match gewonnen. Auch wenn er die restlichen acht Löcher mit je zwei Schlägen Unterschied verloren und somit insgesamt sechs Schläge mehr gebraucht hätte als sein Mitspieler.
Netto (-Ergebnis)
Die Anzahl der auf der Runde insgesamt benötigten Schläge abzüglich der Vorgabe des Spielers. Benötigt zum Beispiel ein Golfer mit Handicap -28 insgesamt 99 Schläge für die Runde, hat er ein Nettoergebnis von 71 (99 minus 28) erzielt.
Platzregel
Platzregeln werden von den Clubs entweder zeitweilig oder dauernd erlassen und sind gerade für Gastspieler von besonderer Bedeutung, weil sich durch Kenntnis dieser Sonderregeln eventuell einige Schläge einsparen lassen. Sie sind auf der Scorekarte oder meistens auf Tafeln im Clubhaus vermerkt.
Schonschläge/Puffer
Der Bereich, in dem das Handicap nicht hochgesetzt wird, auch wenn man im Turnier schlechter spielt als es die eingene Vorgabe angibt. Der Pufferbereich liegt je nach Vorgabenklasse zwischen fünf Schlägen und einem Schlag. Im einzelnen:
| Vorgabenklasse | Schläge | Nettopunkte |
|---|---|---|
| VK 1 (bis -4,4) | 1 Schlag | bis 35 NP |
| VK 2 (-4,5 bis -11,4) | 2 Schläge | bis 34 NP |
| VK 3 (-11,5 bis -18,4) | 3 Schläge | bis 33 NP |
| VK 4 (-18,5 bis -26,4) | 4 Schläge | bis 32 NP |
| VK 5 (-26,5 bis -36,0) | 5 Schläge | bis 31 NP |
Das heißt, ein Spieler mit Handicap 32 (VK 5) kann 36 bis 31 Nettopunkte spielen, ohne sich zu verschlechtern. Erst ab 30 Nettopunkten wird seine Stammvorgabe um 0,2 Punkte hochgesetzt. Der Pufferbereich entfällt in der Vorgabenklasse 6 (Clubvorgaben -37 bis -54), da man sich dort ohnehin nicht verschlechtern kann.
Slope-Wert
Gibt die Schwierigkeit eines Golfplatzes an. Er kann zwischen 55 und 155 liegen. Je höher die Zahl, desto schwerer ist der Platz eingestuft. Deutschlands "schwerster" Platz, der "Nick Faldo Platz Bad Saarow" zum Beispiel hat von den weißen Abschlägen einen Slope-Wert von 147.
Spielvorgabe
Sie wird vor einem Wettkampf errechnet und berücksichtigt im Gegensatz zur Stammvorgabe auch die Schwierigkeit des Platzes. Bei einem durchschnittlich schweren Platz kann sie der Stammvorgabe entsprechen; bei einem schweren Platz ist die Vorgabe höher. Beim oben erwähnten Nick Faldo Platz zum Beispiel hat ein Golfer mit Stammvorgabe 24,0 die Spielvorgabe 34; darf also zehn Schläge mehr brauchen, um sein Handicap zu spielen, als auf einem durchschnittlich gewerteten Platz.
Stableford
Im Zuge der CSA-Diskussion von einigen Golf-Puristen wieder stark in Frage gestellt. Gerade für Anfänger aber sicher eine der sinnvollsten "Erfindungen" im Golf-Amateur-Turnier-Sport überhaupt. Bei dieser von einem britischen Arzt erdachten Spielart werden nämlich nicht alle Schläge gezählt, sondern es werden - in Abhängigkeit der Vorgabe - für die Anzahl der Schläge Punkte vergeben. Ein Handicap-18-Spieler bekommt für ein Par drei Punkte, für ein Bogey zwei Punkte und für ein Doppelbogey einen Punkt. Mit 36 Punkten am Ende der Runde hat man exakt sein Handicap gespielt. Der Vorteil dieser Zählart: Kann man an einem Loch keinen Punkt mehr erzielen, darf (und muss) man den Ball aufheben und erst am nächsten Loch wieder ins Geschehen eingreifen. Das beschleunigt das Spiel. Außerdem muss man nicht wegen eines extrem schlecht gespielten Lochs die Hoffnung auf den möglichen Turniersieg aufgeben.
Zählspiel
Das heute allgemein geläufige Spiel, bei dem der Spieler mit der geringsten Schlagzahl gewonnen hat (siehe auch "Brutto" und "Netto"). Im Amateur-Bereich wird meist das Zählspiel nach Stableford (siehe oben) ausgetragen.


